Walter legt Brot, Milch und Kaffee aufs Band. Hinter ihm steht ein älterer Herr, der auf die Kaffeepackung deutet.
„Der war auch schon mal billiger.“
„Ich auch“, sagt Walter. „Da hab ich allerdings noch gearbeitet.“
So kommt man ins Gespräch.
„Auch schon in Rente?“
„Ganz frisch. Früher Reifenmonteur. Jetzt schau ich erst mal, wie lang das Geld hält, wenn ich nicht mehr jeden Tag in der Arbeit bin.“
Der andere nennt seine monatliche Rente.
Walter wird still.
Er rechnet kurz nach. Dann noch einmal. Fast dreimal so viel wie bei ihm.
Sein Blick wandert zum Kaffee. Den hat er genommen, weil er im Angebot ist. Für einen Moment fällt ihm kein Spruch ein.
Der andere bemerkt die Pause nicht. Er zieht sein Handy heraus.
„Und das ist meine Freundin.“
Auf dem Display lächelt eine Frau, die deutlich jünger ist als die beiden Herren.
Walter schiebt die blaue Brille zurecht.
„Ja. Die würd ich auch nehmen.“
Der andere nickt gelassen.
„Na ja. Solang ich Geld hab, bleibt sie wohl bei mir.“
Walter schaut ihn an. Dann müssen beide lachen.
„Wenigstens weißt, woran du bist“, sagt Walter. „Ich muss bei meinem Aquarium auch erst füttern, bevor sich einer für mich interessiert.“
Sie unterhalten sich noch ein bisschen, wünschen einander alles Gute und verabschieden sich herzlich.
Erst als Walter sich wieder zur Kasse dreht, sieht er die Kassiererin.
Sie hat das Brot in der Hand.
Hinter den beiden steht inzwischen eine Schlange bis zum Kühlregal. Einer schaut auf die Uhr. Eine Frau hält ihre Tiefkühlpizza, als würde sie überlegen, ob sie sie bald zusammenrollen muss.
„Entschuldigung“, sagt Walter. „Wir sind ein bisserl ins Reden gekommen.“
„Hab ich gemerkt“, sagt die Kassiererin.
Walter zahlt, packt ein und nickt seinem neuen Bekannten noch einmal zu.
Draußen bleibt er kurz stehen.
Er hat jetzt weniger Geld als früher. Der andere hat fast dreimal so viel und eine jüngere Freundin.
Aber die Kassiererin hat sie beide genau gleich angeschaut.
Das hat ihn irgendwie getröstet.
